Bandbeschrieb

Flamenco-Jazz: Wie klingen Ladrones Del Tiempo und wie fasst man Klang in Worte?
Ein Blick auf den Werdegang von David Beer, den Gründer und Kopf dieses grossartigen Quartetts, mag einige Hinweise geben:

Von Kindsbeinen an Gitarrist hat sich David direkt nach der obligatorischen Schulzeit entschieden, seine Berufung zur Musik zum Beruf zu machen. Während seiner Studienjahre und darüber hinaus war es ihm stets wichtig, anpassungsfähig und vielfältig zu sein. So hat er sein Spiel auf elektrischer wie akustischer Gitarre gepflegt und sich in verschiedensten musikalischen Zusammensetzungen entwickelt und bewährt.

Die Gefühlswelt dieser archaischen und dennoch so virtuosen Volksmusik bewegte David, seit er Flamenco kennen lernte. Gehörte sie schon lange mit zu seiner Lieblingsmusik als Hörer, war und ist ihm sehr bewusst, welche Ansprüche an Musikalität und technische Fähigkeiten die spanische Herzensmusik an ihre Protagonisten stellt. In den letzten Jahren hat David die Herausforderung angenommen und den Flamenco entschieden ins Zentrum seiner Lern- und Konzerttätigkeit gestellt.

Dabei sind ihm neben der Arbeit am Instrument  die Kompositionen ebenso wichtig. In diesen zeigt sich die Breite seines bisherigen Schaffens kreisend um den Pol des Flamenco, ergänzt mit Interplay und Improvisation. Dafür schöpft er aus der Tradition des Flamenco mit seinen vielfältigen Palos (Liedformen) und der darin verwendeten Compas (rhythmische Muster) und erweitert sie mit melodischen und harmonischen Ideen aus dem Jazz. So gelingt es, neue Musik entstehen zu lassen, die ihre Herkunft nicht verleugnet, sondern ehrt und respektiert.

Gleichwertige Musiker zu finden, die David auf diesem Weg bereichern und begleiten, braucht Zeit. Die Geduld wird allerdings belohnt!

Rodrigo Aravena, Australier chilenischer Herkunft, Bass, hat sich in wenigen Jahren in der Schweiz einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Jost Müller, Perkussion, befasst sich seit langem intensiv mit Flamenco und verbindet Kraft oder Zurückhaltung dank seiner Stilsicherheit wunderbar mit den Stimmungen der Stücke.

Simon Heggendorn, Violine, bekannt und begehrt als vielseitiger Geiger, findet bei den Zeitdieben eine neue Welt, die ihn erfüllt und herausfordert.

Vielversprechend für die weitere Entwicklung der Ladrones Del Tiempo ist, dass unterdessen auch diese Musiker für ihr Quartett komponieren. Den Wunsch, ihren Hörern eine spannende, empfindungsreiche und dennoch leicht zugängliche Musik zu bieten, erfüllen sie sich und dem Publikum.

Die professionellen Aufnahmen zum ersten Longplayer sind seit Sommer 2013 auf der Festplatte; die Konzerte werden folgen. Hingehen und hinhören - es lohnt sich unbedingt!